Sommervertretung: Erste Woche (16.07.2017)

Es ist ein stinknormaler Sonntag. Zwei Männer sind im Urlaub…

Damit ihr nicht anfangt, vor lauter Langeweile etwas Sinnvolles zu tun, gebe ich der lieben „Fest und Flauschig“-Gemeinde an diesem und den folgenden fünf Sonntagen ein paar Tipps zur Beschäftigung Eurer inputhungrigen Hirne und einsamen Seelen.

Podcast & Hörspiele

Wer sein ganzes Monatseinkommen bereits für Eis ausgegeben hat oder vielleicht auch  seine reiche Erbtante verärgert hat, muß dieses Jahr eventuell seinen Urlaub auf Balkonien verbringen. Wie entschwindet man traditionsbewußt in ferner Weiten? Mein greift zu einem Klassiker!

Kürzlich entdeckte ich die Hörbuchversion von Karl Mays 12teiligen Orientzyklus beim WDR und fühlte mich – trotz düsterer Kolonialismusromantik und verschroben Christen-/Islambild – sehr gut unterhalten. Ein hervorragend produziertes Hörspiel!

Und falls es doch (sehr) junge Zeitgenossen gibt, die mit dem Autoren nichts anfangen können, lege ich diesen taz-Artikel ans Herz.

Buch

Und weil wir gerade bei Gedrucktem sind, möchte ich allen zeitgeschichtlichen Interessierten den Band „Abgehauen*“, des im letzten Jahr verstorbenen Schauspielers und Sängers Manfred Krug [F.A.Z.] ans Herz legen. In dem autobiographischen Buch dreht sich alles um die Ausbürgerung von Wolf Biermann 1976 [Wiki] und die Reaktion der Staatsmacht der DDR [mdr] hierauf. Unglaublich authentisch und nah wird die Zerrissenheit der DDR-Künstler innerhalb der Diktatur gezeigt. Das autobiographische Buch ist ein ganz klares Muß für jeden, der sich für die Zeit, aber auch die Freiheit der Kunst im Allgemeinen interessiert.

Filme

Und natürlich sollen auch die nach Empfehlungens lechzenden Lichtspieltheaterfreunde in dieser kleinen Kolumne nicht zu kurz kommen. Darum greife ich tiiiiiiiief in meine Kiste mit den Geheimstipps und hole einen Film hervor, der eigentlich alles verbindet, was mich persönlich bei Filmen anspricht: tolles Drehbuch, komplexe Charaktere, (die sich auch weiterentwickeln), Humor, eine ganz eigene Atmosphäre und großartige Darstellerinnen und Darsteller.

Michael Douglas spielt in „Die WonderBoys*“ einen alternden Literaturprofessor, der sich zwischen seiner heimlichen Geliebten, einen viel besseren Studenten und einen nie fertig werdenden Buchskript verliert.

Fun Fact: Drehbuchschreiber Steve Kloves war nach „Die WonderBoys“ für die Skripte der sieben Harry Potter-Filme verantwortlich.

Politik & Gesellschaft

Großes Thema war auch in dieser Woche noch einmal der G20-Gipfel. In der Debatte wurden drei wichtige Themen innerhalb unserer Demokratie thematisiert: der Umgang mit Polizeigewalt [DasNuf], die kurzfristige Schaffung von rechtsfreien Räumen durch Protestierende [Video: SpiegelTV Reportage], wie auch der Ausschluß von mehreren Journalisten von der Berichterstattung [ARD]. Interessant fand ich in diesem Zusammenhang auch den Augenzeugenbericht dieses Polizisten und einen Kommentar in der ZEIT mit dem Titel „G20 – Eine Linke braucht es nicht mehr„.

Und weil momentan schon vieles nach Sommerloch riecht, hat man bei der F.A.Z. diese Woche Altherrenjournalismus kultiviert und einen unheimlich dummen, da vorurteilsbehafteten und undurchdachten, Artikel über Twitter publiziert, der kurzzeitig die Netzwelt in Wallung brachte. Schnell gab es aber auch gute Repliken, wie den von Kuschelkirche.

Küche und Co.

Ihr wißt nicht was ihr an den warmen Tagen essen sollt? Serviert doch einfach eine Gemüsepfanne mit Maultaschen! Schnell, lecker, günstig. Ich empfehle, die Maultaschen in Brühe zu kochen und ein bißchen davon nachher auch zum Gemüse zu geben. Kurz vor dem gewünschten Garpunkt der Zucchini kann man auch noch ein paar Cherrietomatenhälften hinzugeben.

TV

Ganz in böhmermannschen und schulzscher Tradition sei an dieser Stelle auch auf eine  Dokumentation hingewiesen. In „O.J. Simpson – Made in America“ [Arte] geht es nicht nur um den ehemaligen Footballstar, sondern auch den alltäglichen Rassismus in den USA: Ein gesellschaftliches Problem, das Jahrzehnte lang nicht erfolgreich bekämpft wurde und eine Stimmung erzeugte, die einen Präsidenten Trump erst möglich machten.

Für Leute, die immer noch an ein besseres Amerika glauben und auf eine baldige Wende hoffen, sei noch einmal „The West Wing*“ empfohlen. Es gibt keine bessere Serie [Wiki], die im Weißen Haus spielt. Man lernt tolle Charaktere zu schätzen und gutes Drehbuchschreiben. Und nebenbei wird man gut unterhalten und lernt einiges über das politische System in den USA. Bartlet for president!

Musik

Und damit ihr ordentlich was auf die Ohren bekommt, gibt es jetzt auch eine Sommervertretungsplaylist. Mit dabei sind in dieser Woche „Arcade Fire„, einer kanadischen Band um das Ehepaar Win Butler und Régine Chassagne, die es auch irgendwelchen Gründen noch nicht zu Fidi & Bumsi geschafft haben. Oder sind sie mittlerweile zu Mainstream? Dann greift vielleicht eher zu den schwedischen Indie-Pop-Schwestern von First Ais Kit. Ihr „The Lion’s Roar“ klingt für mich immer sehr nach Sommer. Und da man auch älteren Semestern eine Chance geben soll, bekommt auch James Taylor in dieser Woche eine Erwähnung. Hier lohnt es sich definitv, sich durch die ersten drei Alben zu hören und in die 70er Jahre zu träumen.

Letzte Worte

Ich hoffe, Euch gefällt mein kleines Potpourrie und ihr schaut auch in der nächsten Woche hier vorbei. Ich freue mich über jeden Kommentar unter diesen Artikel und natürlich auch über zahlreiche Abonnenten der Sommervertretungsplaylist. Habt eine schöne Woche!

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Ein Kommentar zu „Sommervertretung: Erste Woche (16.07.2017)

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