„Verhörtipps“ (30.07.2017)

Jan singt „Summer in the City“ [Youtube] und gibt Tipps für Polizeiverhöre:

1. Du mußt überhaupt nichts sagen.

2. Immer freundlich sein.

3. Nicht in Situationen kommen in denen man von der Polizei verhört wird.

+++ [Weitere Strategien für den Umgang mit Polizei und Staatsgewalt findet man in einem Video mit Udo Vetter vom lawblog.] +++ „Wenn ich disziplinierter wäre, wäre ich ich ein echt gefährlicher Typ.“ – Jan +++ Olli möchte als die „Male-Diven“, wird aber von Jan auf die Existenz des Trios „Malediva“ [Wiki] hingewiesen. +++ Zum Abschluß empfiehlt Olli „Hunger*“ von Knut Hamsun. Ein interessantes Portrait des Schriftstellers gibt es hier.

Sommervertretung: Fünfte Woche (13.08.2017)

Mein Urlaub geht zu Ende, der von Olli und Jan hoffentlich auch bald. Denn geteiltes Leid, ist halbes Leid. Hier noch mal eine Lieferung mit einem Sack voll Ablenkung für die (fast) festundflauschigfreien Tage:

Podcast & Hörspiele

Irgendwas sagt mir, ihr habt Interesse an langen „Laberpodcasts“. Daher ist mein erster Tipp heute „Die drei Vogonen“. In den monatlichen Sendungen werden in 4-5 stündigen Sessions nicht nur nerdige Themen wie aktuelle Entwicklungen im Bereich Technik oder Computerspiele beleuchtet, sondern in den Rubriken „Brainsturm“ und „Deep Thought“ auch lange Interviews zu Themen, wie Forensische Biologie, Hochseeschifffahrt und Tee geführt. Die Spannbreite ist dabei sehr groß und die Zielgruppe sind interessierte Laien und Dank gut gesetzter Kapitelmarken, kann man Dinge, die einen nicht zusagen gezielt überspringen. Auch gibt es eine Seite mit guten Shownotes.  Hört einfach mal bei Götz, Wolfgang und dem Pfitz rein!

Film

Euch quält das Fernweh und Euch überkommt auch so gerade ein bißchen Schwermut? Dann schaut Euch doch mal wieder mal „Lost in Translation“ [WIKI] an. Ein Film* in dem sich zwei Menschen erst in Tokio verlieren müssen, um sich dann zu finden.  [WELT] Wenn es einen guten Film mit Scarlett Johansson gibt, dann diesen. Und Bill Murray [DERWESTEN] ist eh (fast) immer großartig.

Politik und Gesellschaft

Unser Humordozent Prof. Dr. Dr. Böhmermann ist ja in den Semesterferien – ja, eigentlich heißt es lehrveranstaltungsfreie Zeit – daher muß ich auf einen Artikel der Sueddeutschen hinweisen, in dem der Grund gesucht wird, warum Rechte keinen Humor haben. Leider versteckt sich der Artikel hinter einer Paywall, aber es lohnt sich wirklich! (Für reisende Vagabunden in Sachen Onlinemedien – wie mich – kann ich übrigens sehr den Service Blendle empfehlen! Dort kann man sehr unkompliziert einzelner Artikel aus vielen, vielen Quellen an einem Ort lesen und bezahlen!)

Buch

Alle Leseratten unter Euch sind sicher schon ganz aufgeregt und zählen die Tage herunter, denn am 28. August erscheint das neue Buch von Walter Moers*! Wenn das kein Grund zum Feiern ist. Und wer Moers noch nicht kennt und den Hype überhaupt nicht nachvollziehen kann, der sollte „Die Stadt der träumenden Bücher*“ lesen. Achtung, es handelt sich trotz putziger Zeichnungen und romantischem Titel nicht um ein Kinderbuch sonder eher um die beste Unterhaltung, die man sich als Literaturliebhaber vorstellen kann.

Küche und Co.

Bald ist Herbst und Herbst ist bekanntlich Birnenchutney -Zeit! Unbedingt einmal ausprobieren, wenn ihr Käse mögt!

TV

Ja, ich liebe (gute!) britische Komödien und wenn dann noch Politik ins Spiel kommt, bin ich gefesselt. So passiert es mir alle fünf Jahre, daß ich mir mal wieder „Yes, Minister“ [Wiki] anschaue. Ein Klassiker! Sehbefehl*!

Musik

Ich packe meinen Koffer, sagt die Sommervertretungsplaylist, und nimmt folgende Songs mit in die neue Woche: Midnight on the Interstate von Tramples by Turtles [YouTube], Peggy-O von The National [YouTube] und Elton John mit Mona Lisas and Mad Hatters [YouTube]… Viel Spaß damit!

Sommervertretung: Vierte Woche (06.08.2017)

Heute winke ich aus Schweden und schicke diesen Blogpost mit einem Papierschiffchen gen Heimat hinterher. Damit keine Langeweile ausbricht, ist es  wieder einmal mit ein paar Hör-, Seh- und Lesehinweise bepackt.

Podcast & Hörspiele

Ihr interessiert Euch für die unendlichen Weiten des Alls? Technikthemen und Naturwissenschaften lassen Euer Herz schneller pochen? Ihr plant Eure Kinder Uhura, Spock oder Jean-Luc zu nennen? Dann empfehle ich den „Raumzeit“-Podcast von Tim Pritlove. In Expertengesprächen werden jeweils rund 1 Stunde lang verschiedene Technologien, Weltraummissionen oder astronomische Phänomene beleuchtet.

Buch & Film

Zudem gibt es heute eine Buch/Film-Doppelempfehlung. Vor einigen Jahren fanden sich „Element of Crime“-Sänger und „Herr Lehmann“-Autor Sven Regener [BNN] und Regisseur Leander Haußmann zusammen, um ein großartig absurdes, wie auch lustiges Drehbuch zu verfassen. Das Endergebnis hieß „Haialarm am Müggelsee“ [Wiki] und das dazugehörige Hörbuch* ist ein Feuerwerk an absurden Ideen und bösen Humor. Dies wurde dann tatsächlich in toller Trashoptik mit Henry Hübchen, Benno Fürmann, Katharina Thalbach und Detlev Buck verfilmt*. Und ist somit noch ein wenig verwirrender als das Hörbuch. Auch grundsätzlich bleibt einmal mehr die provokante Frage: Was ist besser? Buch oder Verfilmung?

Politik & Gesellschaft & Kultur!

Ihr wißt nicht, was ihr an regnerischen Sommertagen tun könnt?
Ihr braucht frisches Futter für Herz und Verstand?
Dann wühlt Euch mal durch Open Culture! Hier gibt es wenig,
was es nicht gibt: Kostenlose Bücher und Hörbücher, erhellende Videos und unterhaltsame Texte.

Egal ob ihr Plätze sucht, die aus einem Wes Anderson-Film stammen könnten, Aufnahmen von Jimi Hendrix Experience, wie er die Beatles covert  oder auch sowjetische Propaganda der 1920er & 1930er Jahren die auf Tischdecken und Vorhängen verewigt wurden: Man ist eigentlich immer am Staunen.

Küche und Co.

Nachdem in den letzten Wochen vor allen gesunde, vegetarische Gerichte im Mittelpunkt standen, gibt es heute etwas für den „süßen Zahn“. Habt ihr schon mal von Papanaşi gehört? Hierbei handelt es sich um eine leckere Nachspeise aus Rumänien. Ein tolles Rezept findet ihr hier. (Bei Topfen handelt es sich übrigens um Quark.)

TV

Nicht nur Jan interessiert sich für Fahrradcops: Polizeiserien gehören sicherlich zum beliebtesten Genres im TV. Daher möchte ich Euch heute einen Klassiker aus den frühen 90ern empfehlen: NYPD Blue*. Die Serie, die ab 1993 produziert wurde, machte Dennis Franz [Wiki] und Jimmy Smits [Wiki] bekannt und strich in 12 Staffeln nicht weniger als 20 Emmy Awards [Wiki] ein. Sie setze Maßstäbe in Sachen Realismus und ebnete den Weg für Serien wie „The Wire„, die man sich eigentlich auch mal wieder anschauen könnte*.

Musik

Die Sommervertretungsplaylist wurde heute um das herzzerbrechende You were meant for me von Jewel Kilcher [YouTube], das launig-verrückte Heart it races von- Architecture in Helsinki [YouTube] und das melancholische Nantes von Beirut [YouTube] ergänzt. Viel Spaß damit!

Sommervertretung: Dritte Woche (30.07.2017)

Ich hoffe, ihr in der dritten „Fest & Flauschig“-freien Woche nicht an ziemlich großen Holzschiffen gebaut und damit angefangen, von jeder Tierart zwei Exemplare einzusammeln. Und wenn doch, könnt ihr damit jetzt aufhören, denn hier kommen wieder ein paar Medienempfehlungen.

Podcast & Hörspiele

Heute tippe ich endlich mal einen richtigen Podcast, nämlich: „Der Weisheit„. Laut Eigenbeschreibung handelt es sich um „ein einstündiges Radiomagazin mit Malik Aziz, Marcus Richter, Patricia Cammarata und Frau Kirsche. Gesprochen wird über Alltägliches, Tiefschürfendes und Albernes, also das, was uns gerade bewegt. Wir senden (fast regelmäßig) jeden zweiten Mittwoch 21:30 live und veröffentlichen die Sendung danach als Podcast.“ Gerade der Livechat bringt viel Freude, hört doch einfach mal rein!

Buch

Ich weiß, ihr seid alle politik- und geschichtsinteressiert, daher heute einen schönen Schmöker in den man auf der Parkbank, im Flieger und im Schrank versinken kann. Und da er gut gegliedert ist, kann man ab und zu ein Päuschen machen und darüber nachdenken, wie es so weit kommen konnte. Mit Trump, meine ich, denn mein Lektüretipp heißt: „Die Amerikanischen Präsidenten*“.

Filme

Wenig Worte möchte ich über „This is not a film“ [Wiki] verlieren. Schaut ihn Euch einfach an.

Politik & Gesellschaft

In dieser Woche hat sich kein aktuelles Thema aufgedrängt, daher könnt ihr vielleicht mal beim Lawblog von Udo Vetter vorbeischauen. Dieser berichtet schon eine gaaaanze Weile aus seinem Leben als Anwalt. Es geht um interessante Urteile, schrullige Mandanten, gute und böse Polizisten und hier und da auch um etwas Gesellschaftskritik: Und ihr dachtet, Fahrradcops hätten einen spanenden Beruf!

Küche und Co.

Der Name „Vegetarische Bolognese“ ist eigentlich eine Beleidigung für dieses Gericht. Da man so tut, daß man hier irgendein Ersatz ißt. Total falsch! Diese Linsen-Tomaten-Soße ist einfach nur lecker, lecker, lecker! Kocht es nach! Jetzt! Sofort!

TV

Das Jahrzehnt von „Game of Thrones“, „Mad Men“, „Breaking Bad“ und Co. bezeichnet man ja gern als das „Goldene Jahrzehnt des Fernsehens“. So ein Quatsch, tolle Serien gab es schon zuvor. Wen z. B. gesellschaftskritische Fragen in einer sehr unterhaltsamen Verpackung interessieren, dem empfehle ich „Picket Fences*“. Hier wird ein ganzer Kosmos von Themen in der amerikanischen Kleinstadt Rome widergespiegelt. Achtung, Suchtgefahr!

Musik

Und natürlich gibt es auch wieder Neuzugänge auf meiner Sommervertretungsplaylist. Dies sind in dieser Woche das kanadische Zwillingspärchen Tegan & Sara mit „The Con“ [YouTube]. Die LGBT-Ikonen haben mal wundervollen Alternative Rock gemacht, veröffentlichen seit ein paar Jahren aber leider nur noch schreckliche Popplatten. Sehr Schade! Das Sommerlied „July Flame“ von Laura Veirs [YouTube] und die großartigen Counting Crows mit „Hard Candy“ [YouTube] gehören definitiv auch in meine Rotation. Eventuell ist letzteres schon sehr radioformatig, aber ich liebe den Song trotzdem.

Letzte Worte

Habt ne schöne Woche! *over and out*

„Die großen 5 Gnadenhof-Promis“ (23.07.2017)

Die großen 5 Gnadenhof-Prominenten +++ Schloßherr Olli schmatzt endlich wieder. (Heute gibt es 4-Käse-Pizza.) +++ +++ „Im Grunde meines Herzens möchte am Ende meines Lebens mit Dir in (…) einer Küche sitzen.“ – Olli +++ „Die T*tten sind überbewertet.“ – Olli +++ Song (Olli): Gisbert zu Knyphausen – Niemand +++ Song (Olli):  Fortuna Ehrenfeld – Zuweitwegmädchen +++

Sommervertretung: Zweite Woche (23.07.2017)

Schon die zweite Woche ohne Jan und Olli haben wir hinter uns gebracht! Für alle, die weiterhin ein paar Ersatzdrogen brauchen, habe ich auch heute wieder ein paar Tipps aneinandergereiht.

Podcast & Hörspiele

Zwischen all den Podcasts auf meinem iPhone hat auch eine Radiosendung ihren Platz: Das Zeitzeichen [Wiki]. Seit mehr als 40 Jahren beleuchtet der WDR in jeweils einer 15-minütigen Sendung ein historisches Ereignis. Und es vergeht kein Tag an dem man nichts über Kunst, Kultur, Politik oder Wissenschaft lernt. Eine absolute Empfehlung! Bisher wurden über 15.000 Ausgaben produziert. Die Sendungen der letzten 52 Wochen kann man hier nachhören.

Buch

In den letzten Sendungen vor der Sommerpause thematisierten unsere beiden Gastgeber mehrmals den neuen französischen Präsidenten Macron. Im Zuge dessen möchte ich gern die Graphic Novel „Quai d’Orsay„* von Christophe Blain & Abel Lanzac „tippen“. Dabei handelt es sich um einen äußerst unterhaltsamen Insiderbericht aus dem französischen Außenministerium in Zeiten der Bushregierung. Ich kann den positiven Rezensionen in NZZ und Tagesspiegel nur zustimmen.

Ich war nie ein großer Comicleser, aber ich bin schon der Meinung, daß Graphic Novels viel zu wenig Beachtung finden. Was das Medium kann, sieht man auch an einer kürzlich erschienenen (und kostenlos einsehbaren) Sonderausgabe des New York Time Magazines, das ausschließlich aus Comics bestand.

Filme

Wer den Gewinner des Oscars für den besten fremdsprachigen Film 2015 noch nicht gesehen hat, sollte dies schleunigst tun. In „Ida“ von Pawel Pawlikowski [NZZ] geht es um eine junge Frau, die noch nicht weiß, ob sie – wie geplant – ihren Lebensweg als Nonne beschreiten soll. Ein verstörender, stiller, schöner Film, der im Nachkriegspolen spielt. Den Film kann man hier* beziehen. (Amazon Prime-Kunden können ihn momentan kostenfrei anschauen.)

Politik & Gesellschaft

Der Sommer tobt sich aus. Journalisten und Journalisten, lassen sich, genau wie Bürgerinnen und Bürger, angesichts der hohen Temperaturen einlullen. Anders kann ich mir es nicht erklären, wie in Bayern gerade ein Gesetz entstehen kann [SZ], daß uns alle auf die Barikaden bringen sollte.

Küche und Co.

Da es noch keine anhaltende Proteste gab und auch noch keine Drohbriefe bei mir eingegangen sind, veröffentliche ich auch heute ein leckeres Sommerrezept. Als Inspirationsquelle diente mir dieses Buch* von Cornelia Poletto.

Am besten schmeckt das rote Pesto zu breiten Nudeln (500g, getrocknet oder dementsprechend mehr frische Nudeln). (Für Qualitätseierteigwaren darf man gerne auch mal ein paar Cent mehr ausgeben.) Ihr braucht zudem:

1 Glas in Öl eingelegte, getrocknete Tomaten
60 g Pinienkerne
100 g Parmesan
1-2 Knoblauchzehen
1 getrocknete Chillischote
Olivenöl und Salz nach Geschmack

Zuerst die Pinienkerne rösten und dann mit dem Knoblauch, dem Parmesan und dem Chili in den Zerkleinerer geben. (Dieses Gerät* benutze ich). Die Masse anschließen in eine Schüssel füllen. Nun die Tomaten kurz abtropfen lassen und ebenfalls zerkleinern und auch in die Schüssel geben. Alles ordentlich durchrühren und dann das Pesto mit Salz abschmecken und mit reichlich Olivenöl (ca. 150ml) vermengen. Guten Appetit!

TV

Es ist weder Weihnachten. Noch mein Geburtstag. Und es hat sich auch noch nicht ausgetrumpt, trotzdem fühlt es sich an wie ein Feiertag, denn bei ARTE gibt es momentan die genauso genial lustige, wie auch viel zu kurze Comedyserie „Fawlty Towers“ zu sehen. Nie war John Cleese [Wiki] besser!

 

Musik

In meiner Sommervertretungsplaylist gibt es heute gleich drei Songs, die zu jedem Sommerabend mit drückender, schwerer Hitze passen. Und zwar Nadia Reid mit Ruby [YouTube] , Sidsel Endresen mit Try [YouTube] und der großartige Van Morrison mit High Summer [YouTube] von der 1999er Platte „Back on top“ [Wiki], die eigentlich ein Gesamtkunstwerk ist.

Letzte Worte

Wir lesen voneinander in der nächsten Woche! bis dahin könnt ihr noch folgende „Liebeserklärung an Fest und Flauschig“ studieren. Bis dann!

Sommervertretung: Erste Woche (16.07.2017)

Es ist ein stinknormaler Sonntag. Zwei Männer sind im Urlaub…

Damit ihr nicht anfangt, vor lauter Langeweile etwas Sinnvolles zu tun, gebe ich der lieben „Fest und Flauschig“-Gemeinde an diesem und den folgenden fünf Sonntagen ein paar Tipps zur Beschäftigung Eurer inputhungrigen Hirne und einsamen Seelen.

Podcast & Hörspiele

Wer sein ganzes Monatseinkommen bereits für Eis ausgegeben hat oder vielleicht auch  seine reiche Erbtante verärgert hat, muß dieses Jahr eventuell seinen Urlaub auf Balkonien verbringen. Wie entschwindet man traditionsbewußt in ferner Weiten? Mein greift zu einem Klassiker!

Kürzlich entdeckte ich die Hörbuchversion von Karl Mays 12teiligen Orientzyklus beim WDR und fühlte mich – trotz düsterer Kolonialismusromantik und verschroben Christen-/Islambild – sehr gut unterhalten. Ein hervorragend produziertes Hörspiel!

Und falls es doch (sehr) junge Zeitgenossen gibt, die mit dem Autoren nichts anfangen können, lege ich diesen taz-Artikel ans Herz.

Buch

Und weil wir gerade bei Gedrucktem sind, möchte ich allen zeitgeschichtlichen Interessierten den Band „Abgehauen*“, des im letzten Jahr verstorbenen Schauspielers und Sängers Manfred Krug [F.A.Z.] ans Herz legen. In dem autobiographischen Buch dreht sich alles um die Ausbürgerung von Wolf Biermann 1976 [Wiki] und die Reaktion der Staatsmacht der DDR [mdr] hierauf. Unglaublich authentisch und nah wird die Zerrissenheit der DDR-Künstler innerhalb der Diktatur gezeigt. Das autobiographische Buch ist ein ganz klares Muß für jeden, der sich für die Zeit, aber auch die Freiheit der Kunst im Allgemeinen interessiert.

Filme

Und natürlich sollen auch die nach Empfehlungens lechzenden Lichtspieltheaterfreunde in dieser kleinen Kolumne nicht zu kurz kommen. Darum greife ich tiiiiiiiief in meine Kiste mit den Geheimstipps und hole einen Film hervor, der eigentlich alles verbindet, was mich persönlich bei Filmen anspricht: tolles Drehbuch, komplexe Charaktere, (die sich auch weiterentwickeln), Humor, eine ganz eigene Atmosphäre und großartige Darstellerinnen und Darsteller.

Michael Douglas spielt in „Die WonderBoys*“ einen alternden Literaturprofessor, der sich zwischen seiner heimlichen Geliebten, einen viel besseren Studenten und einen nie fertig werdenden Buchskript verliert.

Fun Fact: Drehbuchschreiber Steve Kloves war nach „Die WonderBoys“ für die Skripte der sieben Harry Potter-Filme verantwortlich.

Politik & Gesellschaft

Großes Thema war auch in dieser Woche noch einmal der G20-Gipfel. In der Debatte wurden drei wichtige Themen innerhalb unserer Demokratie thematisiert: der Umgang mit Polizeigewalt [DasNuf], die kurzfristige Schaffung von rechtsfreien Räumen durch Protestierende [Video: SpiegelTV Reportage], wie auch der Ausschluß von mehreren Journalisten von der Berichterstattung [ARD]. Interessant fand ich in diesem Zusammenhang auch den Augenzeugenbericht dieses Polizisten und einen Kommentar in der ZEIT mit dem Titel „G20 – Eine Linke braucht es nicht mehr„.

Und weil momentan schon vieles nach Sommerloch riecht, hat man bei der F.A.Z. diese Woche Altherrenjournalismus kultiviert und einen unheimlich dummen, da vorurteilsbehafteten und undurchdachten, Artikel über Twitter publiziert, der kurzzeitig die Netzwelt in Wallung brachte. Schnell gab es aber auch gute Repliken, wie den von Kuschelkirche.

Küche und Co.

Ihr wißt nicht was ihr an den warmen Tagen essen sollt? Serviert doch einfach eine Gemüsepfanne mit Maultaschen! Schnell, lecker, günstig. Ich empfehle, die Maultaschen in Brühe zu kochen und ein bißchen davon nachher auch zum Gemüse zu geben. Kurz vor dem gewünschten Garpunkt der Zucchini kann man auch noch ein paar Cherrietomatenhälften hinzugeben.

TV

Ganz in böhmermannschen und schulzscher Tradition sei an dieser Stelle auch auf eine  Dokumentation hingewiesen. In „O.J. Simpson – Made in America“ [Arte] geht es nicht nur um den ehemaligen Footballstar, sondern auch den alltäglichen Rassismus in den USA: Ein gesellschaftliches Problem, das Jahrzehnte lang nicht erfolgreich bekämpft wurde und eine Stimmung erzeugte, die einen Präsidenten Trump erst möglich machten.

Für Leute, die immer noch an ein besseres Amerika glauben und auf eine baldige Wende hoffen, sei noch einmal „The West Wing*“ empfohlen. Es gibt keine bessere Serie [Wiki], die im Weißen Haus spielt. Man lernt tolle Charaktere zu schätzen und gutes Drehbuchschreiben. Und nebenbei wird man gut unterhalten und lernt einiges über das politische System in den USA. Bartlet for president!

Musik

Und damit ihr ordentlich was auf die Ohren bekommt, gibt es jetzt auch eine Sommervertretungsplaylist. Mit dabei sind in dieser Woche „Arcade Fire„, einer kanadischen Band um das Ehepaar Win Butler und Régine Chassagne, die es auch irgendwelchen Gründen noch nicht zu Fidi & Bumsi geschafft haben. Oder sind sie mittlerweile zu Mainstream? Dann greift vielleicht eher zu den schwedischen Indie-Pop-Schwestern von First Ais Kit. Ihr „The Lion’s Roar“ klingt für mich immer sehr nach Sommer. Und da man auch älteren Semestern eine Chance geben soll, bekommt auch James Taylor in dieser Woche eine Erwähnung. Hier lohnt es sich definitv, sich durch die ersten drei Alben zu hören und in die 70er Jahre zu träumen.

Letzte Worte

Ich hoffe, Euch gefällt mein kleines Potpourrie und ihr schaut auch in der nächsten Woche hier vorbei. Ich freue mich über jeden Kommentar unter diesen Artikel und natürlich auch über zahlreiche Abonnenten der Sommervertretungsplaylist. Habt eine schöne Woche!